Hallo,
Ich weiß nicht, ob ich mit meinen Problemen hier richtig bin. Vielleicht sind es auch gar keine Probleme, oder auch einfach Luxusprobleme, über die andere froh wären, wenn sie nur diese Probleme hätten. Objektiv hab ich es gut, ich hab meine Familie, Freunde, Hobbies, komm mit der Schule ganz gut klar. Und trotzdem merke ich seit längerem, dass ich immer unglücklicher werde. Am Anfang waren es nur einzelne Tage, die sich plötzlich schwerer angefühlt haben, es mich mehr Anstrengung gekostet hat, all meine Pflichten zu erfüllen. Doch es wird immer mehr und jetzt habe ich kaum noch Tage, an denen ich nicht nur glücklich tue, sondern es auch bin. Eigentlich sollte ich glücklich sein, doch ich bin es einfach nicht und dass ich das nicht kann, nicht das wertschätzen kann, was ich alles haben darf, belastet mich sehr.
Liebe Grüße
whisper
Liebe whisper,
Vorsicht, hier kommt so eine "was der alte weise Mann noch wusste - Weisheit": Innerlich sehen wir und hören wir uns anders, als andere das tun. Beim Hören ist es anatomisch einfach so, dass wir unsere eigene Stimme einfach anders hören, wie sie tatsächlich ist. Sie ist deshalb nicht schlechter, eben nur anders. Aber: Wenn Du dauernd Aufnahmen machst, also mehrere die Woche, dann gewöhnst Du Dich daran und findest es weniger schlimm. Ganz weg geht das (zumindest bei mir) nie. Warum das auch mit dem Bild so ist, weiß ich nicht. Aber wenn ich in den Spiegel schaue und den jungen Mann erwarte, der eigentlich gerade im Badezimmer ist, mich aber der alte Sack anschaut, bin ich doch immer mal wieder sehr überrascht. Wieso die Biologie oder wer auch immer das so angelegt hat, weiß ich nicht. Vielleicht ist das aber auch eine Superkraft: Das wir uns immer wieder auch anders sehen können und es dadurch mehrere Wirklichkeiten gibt.
Viele solidarische Grüße
bke-Stephan (der morgen Musik macht und sich nicht aufnehmen wird)
Hallo Betty,
Damit hast du wahrscheinlich Recht, sich im Nachhinein alles durch eine Handykamera anschauen und anhören zu können, hilft wirklich nicht, sich dabei noch gut zu fühlen.
Meine innere Kritikerin liebt ihre innere Bühne, ich glaube, sie ist mit dem Mikrofon verwachsen. Bei allem, was ich tue, bin ich sehr kritisch mit mir selbst, ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und ja, vielleicht bin ich ein wenig perfektionistisch, dass das nicht immer gut ist und ich mir selbst wahnsinnigen Druck mache, ist mir bewusst, aber irgendwie gehört es einfach zu mir. Ich weiß nicht einmal, ob die Gegenstimme wirklich liebevoll ist, wenigstens ist sie ein bisschen gnädiger, dass mir zumindest nicht große Patzer oder peinliche Dinge passiert sind. Ich war z.B. unglaublich nervös und meine Knie haben sehr gezittert, ich musste mich so konzentrieren, auf dem Weg in die Kapelle mit den blöden hohen Schuhen nicht hinzufallen. Wenigstens habe ich mich nicht vor allen Gästen auf die Schnauze gelegt, das wäre noch schlimmer gewesen.
Ich kann leider nicht einfach wieder damit aufhören, mich zu fragen, wie viel besser ich es hätte machen können und bin mittlerweile sehr wütend auf mich selbst, dass ich dem einfach zugesagt habe und somit jemand besseres als ich nicht hat dort sein können. Lob oder positive Rückmeldungen sind in mir wie weggefegt, als würden sie nichts mehr bedeuten, weil ich nicht gut genug war.
Liebe Grüße
whisper
Hallo liebe whisper,
danke, dass du das mit uns teilst! Wenn du mich fragst? Der Todesstoß für Musiker*innen: Handy-Videos 😅 ich habe mir inzwischen verboten, Videos nach Auftritten anzuschauen. Warum? Die Qualität der Handymikros etc. ist eben doch eine ganz andere, als von hochwertiger Studiotechnik! Und was vor allem fehlt: der Zauber des Moments. Besinne dich auf die Rückmeldungen der Leute, die diesen Zauber miterleben durften!
Deine innere Kritikerin schreit da aktuell ordentlich ins Mikro - was würdest du sagen, würde dir durch den Kopf gehen, wenn deine liebevollen inneren Stimmen das Mikro hätten?
Liebe Grüße
bke-Betty
Hallo Kira,
Vielen Dank für deine netten Wünsche. Die Nervosität war wirklich sehr groß, über den Tag verteilt gab es Momente, in denen ich etwas ruhiger war, die meiste Zeit stand ich aber sehr unter Strom. Ich habe nichts davon mitbekommen, dass sich jemand beschwert hätte, oder etwas richtig negativ aufgefallen wäre, dann war ich abends etwas beruhigt. Letzte Woche hat meine Mutter mir dann Aufnahmen von der Hochzeit weitergeleitet, Bilder und Videos. Seitdem fällt es mir schwer, nicht immer wieder nach Fehlern von mir zu suchen, ich bin irgendwie sehr enttäuscht, obwohl ich erstmal kein so schlechtes Gefühl hatte. Mit jedem Ansehen finde ich aber immer mehr Dinge, die ich hätte besser machen können und frage mich ständig, wie Vielen die Fehler aufgefallen sind und ich es nur nicht mitbekommen habe.
Liebe Grüße
whisper
@whisper
Wie aufregend und schön, was du morgen vor hast und danke, dass du es verraten hast. Tolle Sache!!!
Sie würden dich nicht fragen, wenn sie es nicht wollen würden. Freue mich für dich!
Natürlich ist es aufregend und es wäre aber total schade, wenn du diese Erfahrung nicht machen würdest. Nimm deine Angst an die Hand, mach dich schön und los…Es wird niemand bereuen und für dich ist es eine total wichtige Erfahrung, glaube ich. Ich selbst und viele kennen es, dass man zwar gerne auf der Bühne auftreten möchte, aber sich nicht traut und vor dem Auftritt am liebsten verschwinden würde (übrigens, es geht auch grossen Stars vor den Auftritten so!) Auch erfahrene Musiker und Sänger sind in der Regel TOTAL aufgeregt vor den Konzerten…
Ich freue mich total für dich und wünsche dir einen tollen Auftritt morgen. Du wirst es nie erfahren, wenn du es nicht tust. So eine Chance!
Und danach, voller Adrenalin, wirst du hoffentlich wieder hier im Forum berichten, wie es war!
Das wird anders kommen, als du es dir denkst und vorstellst und wird ganz sicher wunderbar! Einen ruhigen Schönheitsschlaf wünsche ich dir heute Nacht.
Alles Gute!
Daumendrückende bke-Kira
Hallo Kira,
ich weiß nicht so recht, wo ich die Leichtigkeit finden soll, von der du schreibst. Das Schlimme ist, dass ich weiß, dass sich verrückt zu machen überhaupt nichts bringt, aber es passiert ganz automatisch.
Ich werde morgen auf der Hochzeit einer Bekannten meiner Eltern singen, sowohl für die Zeremonie als auch auf der Feier danach. Meine Mutter hatte mich damals ins Spiel gebracht und ich stand sozusagen vor der vollendeten Tatsache. Ich fühle mich auch echt geehrt, aber es ist schon ein großer Druck. Ich habe noch nie alleine auf Events gesungen, immer nur mit Anderen gemeinsam und auch nie bei so etwas Wichtigem und Großen, wie einer Hochzeit. Für die Bekannte und ihren Verlobten ist das so ein wichtiger Tag und ich will nicht, dass sie sich nachher daran zurück erinnern und ihre Entscheidung bereuen, ihr Vertrauen in mich zu setzen. Bis vor ein paar Tagen habe ich es noch wegschieben können, wie nervös ich bin, jetzt geht das einfach nicht mehr.
Liebe Grüße
whisper
Guten Morgen whisper,
Ich wünsche dir etwas Leichtigkeit! Stelle dir vor, dass du diese Leichtigkeit heute sammeln und finden kannst. Sammele sie für heute, heute Nacht und natürlich für morgen. Du darfst sie speichern.
Wenn es passt und du es magst, kannst du es gerne uns erzählen: was du morgen vor hast und was dich so bewegt.
Liebe Grüsse
bke-Kira
Hallo Tom,
Vielen Dank für dein Verständnis und den Versuch, einen Austausch anzuregen. Ich werde es wohl weiterhin so handhaben, wie bisher immer in den Ferien; Zähne zusammenbeißen und die Gefühle aushalten, bis die Ferien enden. Ich habe zwar noch ca. 2 Wochen Ferien, aber ein paar Tage davon sind gut gefüllt, das wird es hoffentlich etwas aushaltbarer machen.
Morgen steht etwas an, was mich sehr nervös macht und ich setze mich selbst sehr unter Druck, zusätzlich dazu, dass die Situation selbst schon Druck macht. Ich möchte einfach, dass es sehr gut wird. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, ich bin nur sehr unsicher, ob ich der gewachsen bin. Das belastet mich die letzten Tage schon und letzte Nacht war an Schlaf nicht zu denken, weil ich immer nervöser werde.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper, liebe Mitlesende,
danke für deine Beiträge. Es ergibt durchaus Sinn, was du beschreibst. Du merkst ja selbst ziemlich deutlich, dass dir die fehlende Struktur in den Ferien zunehmend zu schaffen macht und dass es gleichzeitig immer schwerer wird, dich zu etwas aufzuraffen.
Vielleicht kennen andere hier dieses Gefühl auch. Was hilft euch, wenn zu viel freie Zeit irgendwann eher belastend als erholsam wird?
Liebe Grüße
bke-Tom
Hallo Angsthaesin,
Vielen Dank für deine Antwort. Ich verstehe was du meinst, das habe ich die letzte Zeit auch versucht, also mir jeden Tag etwas vorzunehmen, wofür mir sonst die Zeit fehlt. Ein paar Tage war das auch völlig in Ordnung, nur bemerke ich zunehmend, dass solche Dinge wie etwas kreatives tun, mich nicht den ganzen Tag ausfüllen, oder besser gesagt, die Zeit, die ich mich damit dann besser fühle, immer kürzer wird. Kann sein, dass es durchaus Leute gibt, die sich damit erfüllt fühlen oder das auch stundenlang durchziehen können und wollen, ich bin da vielleicht etwas seltsam, denn ich bekomme dann nach immer kürzerer Zeit trotzdem das Gefühl, nichts zu tun zu haben, nicht produktiv genug zu sein o.Ä.
Jetzt die letzten Tage wird es einfach schwerer, ich bin nicht sicher, wie ich es anders beschreiben soll, als dass ich mich immer schwerer tue, überhaupt in ein Machen zu kommen, je länger jetzt schon Ferien sind. Die Kleinigkeiten, die ich tun könnte, zu denen kriege ich mich immer schwerer aufgerafft, obwohl ich das Nichtstun gleichzeitig als sehr erdrückend empfinde. Vielleicht ergibt das Alles keinen Sinn, ich verstehe mich ehrlich gesagt selbst auch nicht, ich merke einfach nur, dass mir die viele freie unverplante Zeit absolut nicht gut tut.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper,
ich glaube das kennen einige hier...kannst du dir jeden Tag was vornehmen? Also sowas was du gerne machst. Puzzlen, kreativ sein und sowas? Was sind Dinge, auf die du Lust hast, die du sonst nie so machst?
Ich kann heute nicht so denken, weil ich so müde bin. Aber das ist das was mir jetzt einfällt. Sonst darfst du mich gerne in die Schule begleiten :D
Hallo,
ich hätte gerade noch ein anderes Anliegen, bei dem ich denke, dass ein Austausch vielleicht hilfreich sein könnte.
Mir machen die Ferien ein wenig zu schaffen, ich denke, weil mir meine Struktur komplett fehlt. In den meisten Ferien ist das nicht so wild, da alle außerschulischen Aktivitäten weitestgehend normal weiter gehen, in den Sommerferien pausiert jedoch bei mir auch vieles, was ich sonst auch noch mache. Sonst bin ich immer sehr aktiv, meine Tage sind oft sehr voll mit Schule, lernen, Hausaufgaben und daneben eigentlich jeden Tag entweder noch Training oder Probe oder Gruppenstunden beim Ehrenamt, am Wochenende Wettkämpfe oder Auftritte oder Dienste. Und jetzt in den Sommerferien pausiert das Alles und ich habe für mein Empfinden plötzlich viel zu viel Zeit, die nicht gefüllt ist. Viele Freunde sind im Urlaub oder anderweitig beschäftigt oder unterwegs.
Ich kann es nicht gut beschreiben, wieso es mir deswegen nicht so gut geht, aber eventuell kennt jemand das auch oder hat eine Idee, wie ich mir selbst helfen kann, die noch ca 3 Wochen Ferien zu verbessern, denn langsam geht es mir damit noch schlechter. Ein paar Tage sind wenigstens verplant, dort helfe ich meinem Vater in der Praxis, aber ansonsten halt nicht und das erdrückt mich ein wenig.
Liebe Grüße
whisper
Hallo Betty,
das läuft so semi, ich mache es zwar, aber es ist schon sehr unangenehm, wird das irgendwann besser?
Ich hoffe nur es bleibt dabei, dass dabei niemand in den Raum kommt, das wäre noch unangenehmer.
Liebe Grüße
whisper
Liebe whisper,
wow, das sind ja tolle Schritte, die du da eingeleitet hast. Nun ja, die Tatsache, dass du danach suchst, wo du eine Achtsamkeitsübung einbauen kannst ist ja schon der erste Schritt, wieder neugieriger und offen in die Welt zu blicken, findest du nicht?
Wie läufts mit dem Anlächeln? ;)
Ganz liebe Grüße
bke-Betty
Hallo Betty,
ich musste mich erstmal einlesen, was Achtsamkeit genau ist und wie ich diese im Alltag umsetzen könnte. Jetzt lasse ich mir morgens von KI immer eine kleine Aufgabe stellen, was ich an diesem Tag achtsamer tun sollte und auf was ich dabei genau achten soll. Und ich habe eine App gefunden, ich weiß nicht, ob man den Namen hier nennen darf. Ich stelle einen Timer ein, wie viel Zeit ich gerade habe oder mir nehmen möchte und die App gibt mir dann eine Übung, Meditation oder Atmung für die vorgegebene Zeit und führt mich dann da durch. Falls jemand noch mehr Ideen hat, wäre ich gespannt die zu lesen und zu testen.
Ich beschäftige mich jetzt mehr damit, das ist im Moment das Einzige, was mir an Veränderung einfällt. Spüren kann ich leider noch keine.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper,
magst du uns verraten, was du tust, um wieder achtsamer zu sein? Ich bin ganz neugierig :)
Aber ja... neue Gewohnheiten brauchen Zeit.... jede Person, die mal das Rauchen aufgehört hat oder auf Zucker verzichten will, kann da vermutlich ein Lied von singen. Ich vergleiche das immer mit Muskelaufbau. Der passiert auch nicht von 2x Hanteln-heben...
Halte durch, du bist auf einem tollen Weg. Welche klitze-kleinen Veränderungen kannst du denn schon wahrnehmen? ich bin sicher, wenn du suchst, findest du was ;)
Liebe, anfeuernde Grüße
bke-Betty
Hallo,
ich versuche seit knapp 2 Wochen alles was ich weiß, um achtsamer zu sein und auch neue Dinge zu versuchen. Eine Veränderung habe ich aber noch nicht bemerkt und frage mich, ob das einfach mehr Zeit braucht, ich etwas falsch mache oder ob mit mir etwas nicht stimmt. Ich würde es echt gerne ändern, wie ich mich fühle, aber weiß nicht so recht wie.
Liebe Grüße
whisper
Hallo Betty,
ich muss gestehen, dass ich denke ich schon lange nichts mehr aktiv dafür getan hab, meine Neugier zu fördern. Das, was ich tue, mache ich schon sehr lang, das sind die Hobbies und Interessen, bei denen ich, nachdem ich viele ausprobiert habe, damals geblieben bin. Ich möchte diese auch nicht aufgeben, ich müsste nur schauen, wie ich in meinen Zeitplan noch andere Hobbies oder Interessen einbauen kann.
Mit Achtsamkeit kenne ich mich nicht gut aus, ich hab mich jetzt die Tage etwas informiert und werde versuchen, achtsamere Momente in meinen Alltag einzubauen und schaue, ob sich dadurch etwas verändert und ich wieder mehr fühlen kann.
Das anlächeln im Spiegel morgens hab ich bereits begonnen 😉. Es fühlt sich aber sehr seltsam an.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper,
vielen Dank für diese ausführliche Erklärung, das lässt mich weiter verstehen.
Glücklich sein ist, so glaube ich, schon auch die Crème de la crème, wenn du weißt wie ich meine. Was sind denn wohl die kleinen Schwestern von Glück? Du hast zum Beispiel "Neugierde" angesprochen - super! Was würdest du sagen, tust du aktiv, um deine Neugierde wieder wachzukitzeln? Es kann sinnvoll sein, sich mit dem Thema der Achtsamkeit zu beschäftigen, um da weiter zu kommen. Zum Beispiel spazieren gehen und alles fotografieren, was die Farbe Pink hat oder so. Oder beim spazieren bewusste Pausen zu setzen und zu prüfen: was sehe ich, rieche ich, höre ich, schmecke ich usw.
Glücklich sein ist ein Gefühl, was trainiert werden kann. So wie wir trainieren mit Trauer umzugehen oder mit Wut, so können wir auch trainieren, ins Glück zu finden.
Der Klassiker: Über mehrere Wochen hinweg morgens bewusst 3min in den Spiegel schauen und sich selbst anlächeln. Wann willst du starten? :)
Liebe Grüße
bke-Betty
Hallo Betty,
Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich das bke am Namen weglasse. Ich verstehe, was du meinst. Ich versuche mal, auch mit Beispielen zu erklären. Ich erinnere mich noch daran, dass mich Dinge als ich jünger war richtig glücklich gemacht haben. Ich hab Freude gespürt und war neugierig. Aber dieses Gefühl, dass mich etwas ehrlich freut und diese Energie die es einem gibt, die spür ich nicht mehr. Es ist als wäre dort alles in mir leer, wo eigentlich die Gefühle Freude, glücklich sein und Zufriedenheit sitzen müssten. Wenn ich zum Beispiel mit meiner Familie einen Spieleabend mache und alle lächeln oder lachen, habe ich mir angewöhnt, das auch zu machen. Ich lache mit, obwohl ich mich ganz leer fühle. Es ist ein wenig so, als würde ich nur Nichts oder eben Traurigkeit fühlen und die positiven Emotionen fehlen. Für mich wäre glücklich sein, diese Gefühle wieder zu spüren.
Wenn ich heute glücklich wäre, würde ich nichts anderes tun als das, was ich auch unglücklich machen würde. Es würde sich nur innerlich anders anfühlen.
Ich weiß auch nicht, ob das wirklich Probleme sind und traue mich auch nicht, mit Freunden darüber zu sprechen oder mal mit meinen Eltern. Ich käm mir irgendwie undankbar vor, wenn ich ihnen das erzählen würde, wie ich mich fühl. Ist irgendwie schwierig.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper,
glücklich sein hat ja viele Farben, es kann überwältigend sein, es kann aber auch die leisere Zufriedenheit sein, es gibt so viele Abstufungen.
Welches Maß nimmst du für dich? Also als Beispiel: wenn ich entspannt im Urlaub bin, fühlt sich mein "glücklich" nochmal anders an als, als im Alltag. Dennoch bin ich im Alltag nicht unglücklich. Nur anders glücklich. Und wenn ich traurig bin, und von lieben Freund*innen getröstet werde, dann bin ich in dem Moment gar nicht glücklich, ich nehme aber wahr, dass ich nicht allein bin - was mich dann vielleicht nicht glücklich macht, aber beruhigt (ein für mich ebenso wichtiges Gefühl). Was bedeutet für dich glücklich sein?
Wenn du heute glücklich wärst, was wäre dann anders und was würdest du heute tun?
Neugierige Grüße
bke-Betty
Hallo bke-Betty und Angsthaesin,
Ich fühle mich schon länger so, ca. 5 Jahre würde ich sagen. Anfangs war es auch deutlich weniger, aber da habe ich gemerkt, dass ich öfter nicht mehr so unbeschwert war. Ich weiß gar nicht genau, wie lang es gedauert hat, bis es immer öfter wurde, aber dass ich so unglücklich bin wie jetzt, ist seit über einem Jahr so und es wird auch nicht mehr besser. Das letzte mal wirklich glücklich war ich glaube ich, als ich meine kleine Nichte das erste Mal nach ihrer Geburt sehen durfte, sie ist jetzt 2.
Ich denke einfach, dass ich glücklich sein müsste. Wenn meine Freunde mir von Ärger zu Hause, Streits oder Problemen mit ihren Partnern erzählen, merke ich immer, wie gut ich es eigentlich habe, weil ich so etwas nicht erlebe. Und auch wenn ich überlege, wie viel schlimmes auf der Welt passiert und wie schlecht manche Menschen es haben, kann ich ja eigentlich nur glücklich sein. Dass ich das aber nicht kann und mich trotzdem so unglücklich fühle, belastet mich noch mehr. Ich weiß nicht mal, was genau mich unglücklich macht. Ich gehe zur Schule, mache Dinge mit meiner Familie, mit Freunden, in Vereinen, im Ehrenamt und tue so, als wäre ich glücklich, weil ich es zu sein habe. Ich denke, dass ich es gern mache, weil ich es doch sonst nicht machen würde. Aber ich empfinde halt nicht so. Ich weiß gerade nicht, wie ich das besser beschreiben kann. Darüber zu sprechen ist ziemlich ungewohnt.
Liebe Grüße
whisper
Hallo whisper,
Wer sagt denn, dass du die glücklich sein musst oder so? Ich glaube echt selbst wenn jemand alles hat, darf er sich scheiße fühle, weil das doch alles gar nicht deine Gefühle sind, also verstehst du was ich meine? Und nur weil du unglücklich bist heißt es nicht, dass du es nicht wertschätzt oder sowas und magst du schreiben was dich unglückllch macht? Bist du traurig oder hast Angst oder so?
Häsin
Hallo Whisper,
herzlich Willkommen hier im Forum der Onlineberatungsstelle. Wie schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. Ich bin bke-Betty und muss dir erst einmal frech widersprechen ;)
Du sagst, du würdest die Dinge, die glücklich machen sollten nicht wertschätzen. Deine Familie, Freunde, Hobbies.... Allein die Tatsache, dass du sie als erstes erwähnst zeigt mir, dass du sie sehr wohl schätzt! Nur kommt dein Gefühl da vielleicht gerade nicht hinterher.
Möchtest du uns erzählen, seit wann du dich so fühlst? Was war der letzte glückliche Moment, den du erinnerst? Und wann hast du dich zuletzt im Spiegel angelächelt?
Schön, dass du hier bist!
VIele Grüße
bke-Betty